Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage

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Die Anfänge

Das Projekt Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage (SOR-SMC) entstand 1988 in Belgien als Antwort auf rechtsradikale Übergriffe. Über die Niederlande gelangte die Projektidee nach Deutschland. Hier ist das Projekt inzwischen das größte Schulnetzwerk der Bundesrepublik mit über 2000 Schulen, die sich der Idee der SOR-SMC verpflichtet fühlen. Wendete sich das Projekt anfangs vor allem gegen rechtsradikales Denken und Handeln so stellen sich die teilnehmenden Schulen gegen alle Ideologien der Ungleichwertigkeit. Sie beschäftigen sich deshalb gleichermaßen mit Diskriminierungen aufgrund der Religion, der sozialen Herkunft, des Geschlechts, körperlicher Merkmale, der politischen Weltanschauung oder der sexuellen Orientierung.

Wie wird man eine SOR-SMC?

Jede Schule kann dem Netzwerk beitreten, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllt: Mindestens 70 Prozent aller Menschen, die in einer Schule lernen und arbeiten, verpflichten sich mit ihrer Unterschrift, aktiv gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule einzutreten, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekte und Aktionen zum Thema durchzuführen. Die Verpflichtung, regelmäßig Projekte durchzuführen ist gleichzeitig der Garant für die Nachhaltigkeit der Projektidee.

Was war der Anstoß für die Schülerinnen und Schüler der Otto-Bennemann-Schule, Braunschweig, den Titel SOR-SMC zu erlangen?

Im Jahr 2005 führte die NPD eine Demonstration in Braunschweig durch, gegen die sich großer Widerstand breitmachte. Mitglieder der Schülervertretung (SV) der Otto-Bennemann-Schule überlegten, ob sie ein Zeichen gegen rechtes Gedankengut setzen könnten. Die Schülervertretung entschied, Teil des Schulnetzwerkes SOR-SMC zu werden. Neben regelmäßigen Treffen der SV wurden mit interessierten Schülerinnen und Schülern Seminare durchgeführt, die das Thema rechte Gewalt, Diskriminierung und demokratische Aktivitäten einer SV beinhalteten. Innerhalb von 6 Wochen wurden weit über 3000 Unterschriften gesammelt, die der Bundeskoordination in Berlin überreicht wurden. Als Paten für das Projekt wurde der Extremsportler Joachim Franz, der sich seit Jahren für AIDS-Waise in Afrika engagierte, gewonnen. Am 6.6.2005 wurde der Titel durch Angelika Winkler von der Landeszentrale für politische Bildung verliehen. Mit der Veleihung ging die Verpflichtung einher, jährlich im Sinne des Projektes aktiv zu werden.

Aktivitäten

Seit 2005 kommen die Schülerinnen und Schüler der Otto-Bennemann-Schule dieser Verpflichtung nach. Neben diversen Workshops, die von Mitgliedern der SV organisiert und zum Teil selbst durchgeführt wurden, bot die Schülervertretung SV-Tage in Berlin an, die die Intention des Projektes umsetzten. Weitere Aktionen wie „Rote Karte gegen Rechts“, Sammlungen für AIDS-Waise in Südafrika komplettierten die Arbeit der SV. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Braunschweig wurde das Demokratiezentrum Braunschweig gegründet.

Seit 2015 werden an der OBS minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland, kamen, beschult. Diese Schüler wurden von der Schülervertretung begrüßt und durch Aktionen wie ein gemeinsames Fußballturnier, ein „Internationales Fest“ und wöchentliches gemeinsames Kochen in das Schulleben eingebunden.

Aufgrund der regelmäßigen Aktivitäten der Schülervertretung wurde der SV der OBS der Schülerfriedenspreis des Landes Niedersachsens verliehen.

Bundeskoordination

Die Berliner Geschäftsstelle der Bundeskoordination ist die zentrale Koordinierungsstelle des Netzwerkes. Sie gewährleistet, dass die Aktivität von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage nicht als lokale Initiative einzelner Schulen wahrgenommen wird, sondern als eine nachhaltige europäische Idee, die deutschlandweit Kinder und Jugendliche vernetzt, qualifiziert und motiviert, sich aktiv gegen jede Form der Diskriminierung zu stellen.