Fachinformatiker/in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung

Fachinformatiker/innen der Fachrichtung Anwendungsentwicklung arbeiten in Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche, v. a. aber in der IT-Branche. Sie sind auch für Unternehmen tätig, die Software für ihre Geschäftsprozesse selbst erstellen bzw. anpassen.

Zu den Kompetenzen des Fachinformatikers/der Fachinformatikerin — Fachrichtung Anwendungsentwicklung zählen:

  • Konzipieren und Realisieren von kundenspezifischen Softwareanwendungen,
  • Testen und Dokumentieren der Anwendungen,
  • Modifizieren bestehender Anwendungen,
  • Einsetzen von Methoden der Projektplanung, -durchführung und -kontrolle,
  • Anwenden von Software-Entwicklungswerkzeugen,
  • Entwickeln von anwendungsgerechten und ergonomischen Bedienoberflächen,
  • Beheben von Fehlern durch den Einsatz von Experten- und Diagnosesystemen,
  • Präsentieren von Anwendungen,
  • Beraten und Schulen der Benutzer.

Die gesetzliche Grundlage bildet die Verordnung über die Berufsausbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik.

Grundlage für den Lehrplan der Otto-Bennemann-Schule ist der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Fachinformatiker/Fachinformatikerin der Kultusministerkonferenz.

Die Inhalte der schulischen Ausbildung werden in einem berufsbezogenen und einem allgemeinbildenden Bereich unterrichtet.

Berufsbezogener Bereich

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf
Fachinformatiker/Fachinformatikerin – Anwendungsentwicklung
Zeitrichtwerte in
Unterrichtsstunden
Nr.Lernfelder 1. Jahr2. Jahr3. Jahr
1 Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben 40    
2 Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten 80    
3 Clients in Netzwerke einbinden 80    
4 Schutzbedarfsanalyse im eigenen Arbeitsbereich durchführen 40    
5 Software zur Verwaltung von Daten anpassen 80  
6 Serviceanfragen bearbeiten 40
7 Cyber-physische Systeme ergänzen   80  
8 Daten systemübergreifend bereitstellen   80
9 Netzwerke und Dienste bereitstellen   80  
10 Benutzerschnittstellen gestalten und entwickeln     80
11 Funktionalität in Anwendungen realisieren     80
12 Kundenspezifische Anwendungsentwicklung durchführen     120
Gesamtstunden 320 280 280

 

In allen IT-Berufen werden gemeinsame Kernqualifikationen vermittelt, die ca. 50 % der Ausbildungszeit umfassen, innerhalb der vier Schwerpunkte bei Fachinformatik/Fachinformatikerin sogar ca. 70%. Sie stellen durch die Integration von elektrotechnischen, dv-technischen und betriebswirtschaftlichen Inhalten eine für alle vier Berufe gemeinsame berufsqualifizierende Basis dar. Dadurch wird der Qualifikationstransfer in den Betrieben erleichtert, berufsübergreifendes Denken wird gefördert und die Zugehörigkeit zu einer Berufsfamilie wird vermittelt. Die Kernqualifikationen werden ergänzt durch die berufsspezifischen Fachqualifikationen. Das nötige Spezialwissen korrespondiert so mit einem übergreifenden Basiswissen, das berufsübergreifendes Denken fördert. Der Anteil der Kernqualifikationen ist im ersten Ausbildungsjahr am größten und nimmt im Laufe der Ausbildung gegenüber den berufsspezifischen Inhalten mehr und mehr ab.

Allgemeinbildender Bereich

Von den in der BbS-VO (Verordnung über Berufsbildende Schulen) vorgesehenen Fächern aus dem allgemeinbildenden Bereich werden zurzeit nur die Fächer Politik, Deutsch/Kommunikation und Englisch/Kommunikation unterrichtet. Der Unterricht in diesen Fächern erfolgt berufs- und praxisbezogen. Die Fächer Religion/Werte und Normen sowie Sport werden in den Fachklassen der IT-Berufe zurzeit nicht erteilt.