Industriekaufmann/-frau

Industriekaufleute sind in Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen tätig. Ihr kaufmännisch-betriebswirtschaftliches Aufgabenfeld erstreckt sich über alle Funktionen des Unternehmens. Sie unterstützen sämtliche Unternehmensprozesse aus betriebswirtschaftlicher Sicht von der Auftragsanbahnung bis zum Kundenservice nach der Auftragsrealisierung. Sie können dabei sowohl in den kaufmännischen Kernfunktionen Marketing und Absatz, Beschaffung und Bevorratung, Leistungserstellung und -abrechnung und Personal als auch in Verbindung zu anderen Fachabteilungen, kommerziellen Bereichen und Projekten tätig sein. Einsatzgebiete darüber hinaus sind z. B. Außendienst, Export, Logistik, Produktmanagement, Investitionsplanung und -management, Controlling, Franchising, Informationstechnologie, Forschung und Entwicklung und vieles mehr.

Die gesetzliche Grundlage bildet die Verordnung über die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau.

Grundlage für den Lehrplan der Otto-Bennemann-Schule ist der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Industriekaufmann/Industriekauffrau der Kultusministerkonferenz.

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf
Industriekaufman/-frau
Zeitrichtwerte in
Unterrichtsstunden
Nr.Lernfelder 1. Jahr2. Jahr3. Jahr
1 In Ausbildung und Beruf orientieren 40    
2 Marktorientierte Geschäftsprozesse eines
Industriebetriebes erfassen
40    
3 Werteströme und Werte erfassen und dokumentieren 80    
4 Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen 40   40  
5 Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren 80    
6 Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren   40 40  
7 Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen   80  
8 Jahresabschluss analysieren und bewerten     80
9 Das Unternehmen im gesamt- und weltwirtschaftlichen Zusammenhang einordnen   40   
10 Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren   40 120
11 Investitions- und Finanzierungsprozesse planen   40
12 Unternehmensstrategien, -projekte umsetzen     80
Gesamtstunden 320 280 280

Der berufsbezogene Unterricht wird ergänzt durch die allgemeinbildenden Fächer. Während im Politikunterricht z. B. die politischen Rahmenbedingungen und die unterschiedlichen Interessenlagen im Vordergrund stehen, berücksichtigt der Deutsch- und Englischunterricht verstärkt den Kommunikationsaspekt im Hinblick auf die berufliche Praxis.

Die Ausbildung endet mit der erfolgreichen Teilnahme an der Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer. Die Prüfung besteht aus vier Prüfungsteilen:

Drei schriftliche Prüfungsteile:

    Prüfungstag 1:

  • 180 Minuten Geschäftsprozesse (Das Ergebnis geht mit 40 % in die Gesamtnote ein.)

    Prüfungstag 2:

  • 60 Minuten Wirtschafts- und Sozialkunde (10 % der Gesamtnote)
  • 90 Minuten Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (20 % der Gesamtnote)

Ein mündlicher Prüfungsteil:

  • 15 Minuten Präsentation der Fachaufgabe im Einsatzgebiet mit anschließendem 15-minütigem Fachgespräch
    (zusammen 30 % der Gesamtnote)

Nach Abschluss der Ausbildung ist die Ausübung folgender Berufe möglich und zwar in allen Bereichen der Wirtschaft: Buchhalter, Personalsachbearbeiter, Kalkulator, Einkäufer, Verkäufer usw. Fortbildungsmöglichkeiten bestehen zum Industriefachwirt und entsprechend dem betrieblichen Aufgabengebiet zu den verschiedenen funktionsbezogenen Fachkaufleuten wie z. B. Bilanzbuchhalter, Personalfachkaufmann.