Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen

Kaufleute für Versicherungen und Finanzen

  • beraten und betreuen Kunden bedarfs- und situationsgerecht;
  • analysieren den individuellen Bedarf des Kunden an Versicherungsschutz und Vermögensanlage;
  • unterbreiten Angebote und schließen Verträge ab;
  • nehmen Vertragsänderungen vor und führen Maßnahmen zur Bestandspflege und Vertragserhaltung durch;
  • prüfen Leistungsfälle und informieren über den Umfang der Leistungen; nutzen die Instrumente des Rechnungswesens und Ergebnisse des Controllings für ihr Handeln;
  • arbeiten team-, prozess- und projektorientiert.

Kaufleute für Versicherungen und Finanzen in der Fachrichtung Versicherung

  • bearbeiten Schaden- und Leistungsfälle;
  • verfügen über Qualifikationen aus zwei der folgenden Wahlbausteine:

    • Kundengewinnung und Kundenbindung,
    • Marketing,
    • Agenturbetrieb,
    • Risikomanagement,
    • Vertrieb von Produkten der betrieblichen Altersvorsorge,
    • Vertrieb von Versicherungsprodukten für gewerbliche Kunden,
    • Vertrieb von Versicherungsprodukten für private Kunden.

Kaufleute für Versicherungen und Finanzen in der Fachrichtung Finanzberatung

  • beraten Kunden bei Wertpapieranlagen,
  • unterstützen bei der Wahl der betrieblichen Altersvorsorge,
  • beraten über Immobilienfinanzierung und erstellen Finanzierungsangebote.

Die gesetzliche Grundlage bildet die Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen/zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen.

Grundlage für den Lehrplan der Otto-Bennemann-Schule ist der Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Kaufmann für Versicherungen und Finanzen und Kauffrau für Versicherungen und Finanzen der Kultusministerkonferenz.

Die Inhalte des berufsbezogenen Unterrichts sind nach Lernfeldern strukturiert. Ausgangspunkt der Lernfeldorientierung sind konkrete berufliche Problemstellungen, die aus dem praktischen Handlungsfeld abgeleitet werden und an denen die Auszubildenden Fachwissen erarbeiten. Der Umgang mit aktuellen Medien und Software zur Informationsbeschaffung wird ebenfalls integrativ vermittelt.

Die Lernfelder 1 - 14 werden für beide Fachrichtungen gleich unterrichtet. Die Fachrichtung Versicherung wird um ein eigenes 15. Lernfeld „Schaden- und Leistungsmanagement durchführen“ und die Fachrichtung Finanzberatung um ein eigenes 15. Lernfeld „Finanzanlagen vermitteln“ ergänzt.

Der berufsbezogene Unterricht wird ergänzt durch allgemein bildende Fächer. Während im Politikunterricht z. B. politischen Rahmenbedingungen und die unterschiedlichen Interessenlagen vermittelt werden, berücksichtigt der Deutsch- und Englischunterricht verstärkt den Kommunikationsaspekt im Hinblick auf die Lernfelder des Lehrplans.

Der berufsbezogene Unterricht an der Otto-Bennemann-Schule umfasst folgende Inhalte:

Übersicht über die Lernfelder für den Ausbildungsberuf
Kaufmann/-frau für Versicherungen und Finanzen
Lernfelder Zeitrichtwerte
in Unterrichtsstunden
Nr.   1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
1 Die Berufsausbildung mitgestalten und auf die Rolle als Arbeitnehmer vorbereiten 60
2 Versicherungsverträge anbahnen 40
3 Kunden beim Abschluss von Hausratversicherungen beraten und Verträge bearbeiten 80
4 Kunden beim Abschluss von Wohngebäudeversicherungen beraten und Verträge bearbeiten 40
5 Eine Versicherungsagentur gründen 60
6 Den Kapitalbedarf im Alter, bei Tod und Erwerbsminderung ermitteln und bei der Auswahl der Vorsorgemaßnahmen beraten 40
7 Verträge in der Lebens- und Unfallversicherung bearbeiten 60
8 In einer Versicherungsagentur arbeiten 80
9 Kunden über die Absicherung im Krankheits- und Pflegefall beraten 60
10 Privatkunden gegen Schadenersatzforderungen absichern und die Durchsetzung ihrer Rechte ermöglichen 80
11 Kunden beim Abschluss von Kraftfahrtversicherungen beraten und Verträge bearbeiten 80
12 Eine Agentur steuern 40
13 Wirtschaftliche Einflüsse auf den Versicherungsmarkt analysieren und beurteilen 60
14 Kunden über Finanzprodukte informieren 40
15V Schaden- und Leistungsmanagement durchführen 60
15F Finanzanlagen vermitteln 60
Gesamtstunden 320 280 280

Die Zwischenprüfung findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres in schriftlicher Form statt. Sie dient dazu, die Kenntnisse und Fertigkeiten eines Auszubildenden in der Mitte der Ausbildungszeit festzustellen. Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Durch die Abschlussprüfung werden die Kompetenzbereiche Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz geprüft.

Die Abschlussprüfung für Auszubildende der Fachrichtung Versicherung besteht aus den Prüfungsbereichen

  1. Versicherungswirtschaft und Leistungsmanagement
  2. Wirtschafts- und Sozialkunde
  3. Kundenberatungsgespräch
  4. Fallbezogenes Fachgespräch

Die Prüfung für Auszubildende der Fachrichtung Finanzberatung besteht aus den Prüfungsbereichen

  1. Versicherungswirtschaft und Anlage in Finanzprodukten
  2. Wirtschafts- und Sozialkunde
  3. Kundenberatungsgespräch
  4. Fallbezogenes Fachgespräch

Die Abschlussprüfung wird in den Prüfungsbereichen 1 und 2 bei beiden Fachrichtungen schriftlich und in den Prüfungsbereichen 3 und 4 mündlich durchgeführt. Im schriftlichen Prüfungsbereich Versicherungswirtschaft und Leistungsmanagement bzw. Versicherungswirtschaft und Anlage in Finanzprodukten wird die Fach- und Methodenkompetenz durch offene und halboffene praxisbezogene Aufgaben und Fälle überprüft. Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde dominieren gebundene Aufgabentypen.

Im Prüfungsbereich Kundenberatungsgespräch erhält der Prüfling zwei Aufgaben zur Auswahl, in denen neben der Sozialkompetenz auch die Fach- und Methodenkompetenz Gegenstand der Prüfung sind. Hierbei handelt es sich um offene Fallsituationen.

Im Prüfungsbereich „Fallbezogenes Fachgespräch“ ist Grundlage für das Fachgespräch eine der beiden gewählten Wahlqualifikationseinheiten und die hierzu selbstständig durchgeführte betriebliche Fachaufgabe.

Es gibt folgende Möglichkeiten für eine berufliche Weiterbildung:

Geprüfter Versicherungsfachwirt/Geprüfte Versicherungsfachwirtin (IHK)

Diese versicherungsspezifische Weiterbildung steht grundsätzlich allen Kaufleuten für Versicherungen und Finanzen als aufbauende Weiterbildung offen. Der Großteil der Teilnehmer absolviert diese Weiterbildung im Anschluss an die Erstausbildung „Kaufmann für Versicherungen und Finanzen“. Die zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung vermittelt im ersten Jahr neben betriebs- und volkswirtschaftlichen Grundlagen auch Einblicke in juristische Zusammenhänge und einen umfassenden Überblick über die Versicherungsbetriebslehre. Im zweiten Jahr wird aus dem Wahlbereich der produkt- und funktionsorientierten Qualifikationen jeweils ein Fach zusammen mit dem Pflichtfach Kommunikation und Management vermittelt.

Versicherungsbetriebswirt/Versicherungsbetriebswirtin (DVA)

Dieses ebenfalls berufsbegleitende Studium baut fachlich auf dem „Geprüften Versicherungsfachwirt“ auf und richtet sich an Mitarbeiter, die studieren und trotzdem ihren Beruf nicht aufgeben wollen. Insofern stellt es eine Alternative zum Vollzeitstudium an einer Hochschule dar. Es ist wirtschaftswissenschaftlich ausgerichtet und schafft in der Verknüpfung der fachbezogenen Schwerpunkte mit Sozial- und Methodenkompetenz in vielen Unternehmen die Grundlage, sich für mittlere und höhere Führungspositionen zu qualifizieren.

Bachelor of Insurance Practice (DVA)

Das berufsbegleitende Ergänzungsstudium Bachelor of Insurance Practice (DVA) ermöglicht Versicherungsbetriebswirten (DVA), ihren branchenweit hoch angesehenen Abschluss „Bachelor of Arts2 zu ergänzen. Der Studiengang dient der Ergänzung des DVA-Studiums auf den Umfang eines gleichrangigen Vollzeitstudiums und umfasst Fachgebiete, die das Studium zum Versicherungsbetriebswirt (DVA) erweitern und vertiefen. Das Lernen erfolgt in Präsenz- und Selbstlernphasen, d. h. es findet ein Wechsel zwischen den Lernorten Fachhochschule Köln und eigenem Schreibtisch zu Hause statt.