Geschichtsworkshop im Wissenschaftsschaufenster: Zwischen den Zeilen lesen und Geschichte neu denken

Geschichtsworkshop im Wissenschaftsschaufenster: Zwischen den Zeilen lesen und Geschichte neu denken

Die Schülerinnen und Schüler des 12. Jahrgangs des Wirtschaftsgymnasiums der Otto-Bennemann-Schule nahmen Anfang Mai an einem besonderen Geschichtsworkshop im Wissenschaftsschaufenster in der Braunschweiger Innenstadt teil. Im Rahmen der Ausstellung „nichts blieb unverändert außer den wolken“ setzten sie sich intensiv mit historischen Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg auseinander.

Die Ausstellung, die vom 04. bis 13. Mai 2026 vom Institut für Geschichtswissenschaft präsentiert wird, widmet sich der Frage, wie persönliche Nachrichten aus Kriegszeiten heute gelesen und verstanden werden können. Ausgangspunkt ist unter anderem eine Feldpostkarte aus Grandpré in Frankreich aus dem Jahr 1914: Während die Stadt unter deutscher Besatzung stand, war die Postkarte für eine Familie in Braunschweig die einzige Nachricht ihres Sohnes von der Front.

Unter der Anleitung der Künstler Alan J. Ward und Jeffrey Knopf, beide aus Manchester, sowie Lara-Marie Hägerling aus der Abteilung Geschichte und Geschichtsdidaktik der TU Braunschweig untersuchten die Schülerinnen und Schüler originale Postkarten aus dem Ersten Weltkrieg. Dabei entzifferten sie alte Handschriften, analysierten historische Bildmotive und beschäftigten sich mit der Frage, was zwischen den Zeilen solcher Nachrichten verborgen liegt – über Krieg, Angst, Hoffnung und Erinnerung.

Im kreativen zweiten Teil des Workshops entwickelten die Jugendlichen eigene Antworten auf die Vergangenheit: Sie schrieben, schnitten, klebten und gestalteten eigene Collagen – so wurde Geschichte nicht nur analysiert, sondern auch persönlich reflektiert und neu interpretiert.

Der Besuch im Wissenschaftsschaufenster war für den 12. Jahrgang eine spannende Erfahrung, die Geschichte lebendig werden ließ und neue Perspektiven auf Erinnerungskultur eröffnete.